2. Kränkungen

 

Kränkungen hingegen, gehen emotional eine „Stufe tiefer“, wenngleich Kränkungen noch kein Mobbing darstellen.

 

  1. „Kränkungen sind zwischenmenschliche Belastungssituationen und daher soziale Stressoren“. Langfristig kann dies zu Stressreaktionen führen.
  2. Kränkungen sind zwar ein persönliches Problem, können aber die Qualität der Leistung und der Zusammenarbeit des Einzelnen oder des Teams beeinflussen. Dies kann langfristig zu einer Gefährdung der Arbeitsqualität und -fähigkeit, sowie zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.
  3. Konstruktives Umgehen mit Konflikten kann gelernt werden! So z.B. durch Soziale Kompetenztrainings in denen das Durchsetzungsvermögen und die Konfliktfähigkeit trainiert werden.
  4. Nicht jede Kränkung ist Mobbing, kann aber zu Mobbing führen, wenn es einen ungelösten Konflikt zwischen Parteien gibt, sich eine Partei hilflos fühlt und sich nicht konstruktiv verhält, z.B. durch Rückzug und Schweigen.

 

Beispiel:

 

Hr. K. hat sich viel Mühe bei der Ausarbeitung eines Protokolls gemacht. Er ist besonders stolz darauf. Leider wird das Protokoll anschließend von seinem Chef kritisiert, mit dem Hinweis, er hätte sich mehr Mühe machen sollen.Hr. K. ist schockiert, wütend, enttäuscht, fühlt sich wie gelähmt und kann nicht sofort etwas entgegnen. Er fragt sich, ob er versagt hat und traut sich nicht mehr seinem Chef in die Augen zu schauen. Er ist gekränkt und denkt sich: „ Mach‘ doch deinen Kram selbst, ich streng mich nicht mehr für dich und diesen Laden an.“

 

→ Eine Kränkung ist aber (noch) kein Mobbing!

 

Die Kränkung fängt bei Hr. K. an und hat mit seinem verletzten Selbstwertgefühl zu tun. Bei Hr. K. wurde ein wunder Punkt getroffen, was zur Entstehung einer Kränkung beiträgt. Wenn „wunde Punkte“ nicht bekannt und bewusst sind, wird häufig die Verantwortung für die eigenen Gefühle nicht übernommen und die Schuld an unangenehmen Gefühlen wird Anderen zugeschoben. Die Anderen werden als die Verursacher der unangenehmen Gefühle gesehen („Die sind Schuld, dass es mir schlecht geht!“). Situationen oder Rückmeldungen werden als persönlich, gegen die eigene Person gerichtet, erlebt. Diese subjektiven Erlebnisse werden durch Interpretation, den persönlichen Hintergrund und die bisherigen Berufserfahrungen hervorgerufen.

Autorin: Sylvia Benz

© 2008 Sylvia Benz und Nick Melekian - Reproduktionen, Übersetzungen, Verbreitung, Weiterverarbeitung oder ähnliche Handlungen zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken sowie Wiederverkauf sind ohne die schriftliche Zustimmung des Autors nicht gestattet.

 

Bücher zum Thema Arbeitplatzkonflikten: Hier präsentieren wir eine Auswahl an Büchern, die wir unseren Lesern empfehlen.