Die meiste private Kommunikation erfolgt heutzutage in Form von Chats. Dabei wird kein besonders großer Wert auf Förmlichkeiten gelegt, viele Emojis verwendet und die Antwort auch schon mal ein paar Tage ausgesetzt. Steht man jedoch im Kontakt mit dem Chef, gelten andere Regeln. Experten raten zu Eile und Förmlichkeit. Aber auch Smiley sind okay.

Über Emojis lässt sich vieles schnell und einfach ausdrücken, schreiben tut man, wie man spricht: flapsig, schnell und unkompliziert. Rechtschreibung wird oft vernachlässigt, auf Anrede und „Tschüss“ verzichtet. Hauptsache schön kurz und knackig. Im Freundes- oder Familienkreis ist dieses Schreibverhalten absolut in Ordnung, auf der Arbeit kann es jedoch schnell unpassend wirken. Vor allem, wenn am anderen Ende der Chef sitzt. An welche Regeln sollte man sich bei der elektronischen Kommunikation im Büro halten?

Rechtschreibung: "Eine nachlässige Rechtschreibung ist wie ungeduscht ins Büro gehen", sagt Coach und Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau. Dabei sind auch schon so Kleinigkeiten, wie Groß- und Kleinschreibung und Kommasetzung wichtig. Schließlich dient die Kommunikation in erster Linie der Verständigung. Rechtschreibung trägt damit unmittelbar zur Verständlichkeit bei. Außerdem zeuge eine korrekte Schreibweise von Respekt.

Anrede: In der ersten Nachricht sollte man auf die Anrede nicht verzichten, wobei unter Kollegen auch ein „Lieber…“ oder “Hallo“ in Ordnung ist. Schreibt man schnell hin und her oder leitet dem Kollegen während eines Telefonats Informationen weiter, darf auf die Anrede verzichtet werden. Bei Vorgesetzten ändert sich der Ton: bei alteingesessenen Unternehmen mit klaren Hierarchien sollte vor allem bei der Kommunikation von „unten nach oben“ viel Wert auf Umgangsformen gelegt werden. „Sehr geehrter…“ sollte durchaus benutzt werden. In der Folgekommunikation darf der Ton aber dem des Chefs angepasst werden und somit gegebenenfalls auch etwas weniger förmlich sein. Trägt jemand einen Titel, sollte dieser in der Anrede ebenfalls unbedingt verwendet werden.

Emojis: Die lustigen kleinen Bildchen dürfen durchaus verwendet werden. Nur gilt auch hier wieder, wer der Gegenüber ist und um welchen Kontext es handelt. Bei Vorgesetzten sollte man berücksichtigen, dass eben dieser auch ab und zu auf Emojis zurückgreift. Dann ist eine Verwendung auf keinen Fall bedenklich. Verzichtet der Chef jedoch vollkommen, sollte man selbst besser auch keine verschicken. In offiziellen Dokumenten haben Emojis allerdings niemals etwas zu suchen.

Als Fazit lässt sich sagen: wir alle sind im Leben so weit gekommen, weil wir gelernt haben, uns unseren Situationen anzupassen und auf den Gegenüber einzugehen. Wir haben Verhaltensformen und Respekt gelernt und wissen einzuschätzen, wie mit welchem Mitarbeiter oder Chef umgegangen wird. Also auch einfach mal auf die gute Kinderstube und den Menschenverstand verlassen 😊

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