Ein Jobwechsel ist spannend und vielleicht auch ein bisschen beängstigend. Immerhin ist anfangs alles neu und mit viel Ungewissheit verbunden. Man möchte sich wohlfühlen und versucht sich zu behaupten. Feedback und eine gute Einarbeitung sind wünschenswert, um genau dies zu schaffen. Aus diesen Gründen zeigt sich in den ersten 100 Tagen im Job, ob der neue Mitarbeiter bleibt.

Freude auf Neues mischt sich mit dem Bauchkribbeln vor dem Unbekannten. Neue Mitarbeiter wissen anfangs in der Regel nicht, was sie im neuen Job erwartet, wie genau ihre Aufgaben aussehen, wie die Kollegen sind und was vielleicht das spannendste ist: welche ungeschriebenen Gesetze in der neuen Firma gelten. Deswegen wünschen sich „die Neuen“ vor allem Feedback, klar formulierte Erwartungen und Geduld von „den Alten“. Eine Befragung des Recruiting-Softwareanbieters Softgarden unter 2500 Bewerbern zeigt aber leider, dass dies in der Praxis eher nicht so aussieht.

Ganze 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich von ihrem Chef klar formulierte Erwartungen wünschten. Die Realität zeigt: diesem Wunsch wurde in 46 Prozent der Fälle zur vollen Zufriedenheit entsprochen. Mehr nicht. Viele Teilnehmer gaben sogar das Gegenteil an. Sie bekamen kaum Feedback. Von 63 Prozent, die sich Feedback wünschen, bekamen 24 Prozent tatsächlich Rückmeldung. Immerhin 30 Prozent bekamen ab und zu eine Resonanz. Ebenfalls kritisiert wurde, dass es zwar zu Mitarbeitergesprächen kam, allerdings zu einem viel zu späten Zeitpunkt. Erst vier Wochen nach Jobantritt wurde darauf hingewiesen, welche Fehler gemacht wurden.

Und auch hier gilt wie bei so vielem: der Ton macht die Musik. Viele Mitarbeiter wünschen sich Geduld und Gelassenheit seitens des Chefs, und dass gemachte Fehler in den ersten Tagen nicht niedergebrüllt sondern konstruktiv angegangen werden. Immerhin ein Drittel der Befragten konnte dies auch zu ihrer vollsten Zufriedenheit bestätigen. In fast genau so vielen Fällen hat es nicht immer, aber immerhin oft geklappt.

Und diese tückischen ungeschriebenen Gesetze in der neuen Firma. Woher soll man sie auch kennen, wenn die Kollegen einen nicht darauf aufmerksam machen. Da kann es schnell mal passieren, dass in Fettnäpfchen getreten wird. Fast zwei Drittel wünschen sich daher, auf solche Dinge hingewiesen zu werden. Allerdings konnte nur ein Drittel angeben, dass dem so ist. Ein Proband gab sogar an, dass Kollegen ihn bei vermeidbaren Fehlern auflaufen ließen. Nicht sonderlich kameradschaftlich. Und bestimmt nicht förderlich, wenn neue Mitarbeiter im Unternehmen gehalten werden sollen.

Die Befragung zeigt also, dass es hilfreich ist, wenn die „alten Hasen“ im Unternehmen die neuen Mitarbeiter so behandeln, wie sie es sich im Falle eines Jobwechsels wünschen würden. Es sollte nie vergessen werden: auch man selbst war mal der Neue.