Meistens ist es einfach der Weg des geringsten Widerstandes „Ja“ zu sagen. Man möchte den Leuten imponieren und sie unter keinen Umständen vor den Kopf stoßen. Auch wenn wir uns dabei dann selbst auf die Füße treten und viel lieber „nein“ gesagt hätten. Aber das fällt nun mal schwer. Warum es aber besser ist, trotzdem mal „nein“ zu sagen.

Kannst du bitte den einen Teil des Projekts für mich übernehmen? Können wir unsere Dienste tauschen? Kannst du für Freitag bitte das Meeting organisieren? Schreibst du bitte mit? Wer kennt es nicht... Kollegen oder Chef bitten einen etwas zu erledigen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die auch vermeintlich schnell gemacht sind. Allerdings „läppern“ sich diese Kleinigkeiten auch zügig und mit einem Mal hat man ziemlich viel zu tun. Dabei hätten wir doch auch am liebsten „nein“ gesagt, und die Bitte ausgeschlagen. Warum tun wir uns das an?

Unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Wir haben Angst. Klingt jetzt ziemlich viel dramatischer, als es ist. Aber so ist es: wir haben Angst. Angst vor der Konfrontation und der Ablehnung, Angst nicht dabei zu sein, Angst den Gegenüber zu enttäuschen und Angst nicht gemocht zu werden. So viel Angst, dass wir uns selbst lieber unglücklich machen und hintenanstellen. Dabei wirken wir dadurch oft nicht wie gehofft nett, sondern hinterlassen beim Gegenüber den Eindruck von mangelndem Selbstbewusstsein. Etwas, dass wir mit unseren Verhalten nun wirklich gar nicht ausstrahlen wollten. Es geht auch nicht darum, immer nein zu sagen und zum Egoisten zu werden. Es ist großartig, jemandem Mal einen Gefallen zu tun. Aber eben Mal, und nicht immer.

Man muss nicht Everybody’s Darling sein

Irgendwie steckt es in uns drin, jedem gefallen zu wollen. Aber das müssen wir nicht und das sollten wir nicht. Tun wir meistens ohnehin nicht. Wer jedem gefallen möchte, bewirkt im Zweifel das Gegenteil und gefällt dann nicht mal mehr sich selbst. Und das ist ganz schön fatal. Außerdem wird es immer jemanden geben, dem wir es nicht recht machen können. Aber macht uns das erfolgloser? Es gibt wahrscheinlich keinen erfolgreichen Menschen, der nicht auch mal „nein“ gesagt hat. Im Gegenteil. Wer „nein“ sagt ist streitbar, steht zu seinen Prinzipien und zeichnet damit seine Persönlichkeit aus. Er vertritt ganz eindeutig einen Standpunkt und setzt ihn durch. Damit zeigt er Entschlossenheit, Stärke und vor allem: Selbstbewusstsein.

Hier ein paar Tipps, um das „nein“- Sagen etwas zu vereinfachen:

  1. Bedenkzeit einfordern – Lass dich nicht überrumpeln und nimm dir Zeit deinen Mut zu sammeln.
  2. Entscheidung begründen – Damit dein „nein“ nicht allzu hart und abschreckend wirkt, begründe deine Entscheidung. Dein Gegenüber kann deine Antwort dann besser nachvollziehen und Verständnis zeigen.
  3. Gegenvorschlag machen – Dein Gegenüber fühlt sich dadurch wertgeschätzt und du zeigst, dass du dir Gedanken gemacht hast.
  4. Eigenkonsequenz – Um bei anderen hart zu sein, muss man bei sich selbst anfangen. Somit vielleicht auch sich selbst zügeln und sich selbst manchmal mit einem „nein“ abspeisen (kein Dessert, nicht noch eine Folge der Lieblingsserie, kein neues Kleidungsstück…).