Man vermutet es schon lange, Forscher haben es nun bewiesen: seit Frauen in den letzten Jahrzehnten die Universitäten eroberten, fielen die Geburtenraten rasant. In Zahlen ausgedrückt lässt sich sogar sagen: ein Studium reduziert die Wahrscheinlichkeit von Nachwuchs um ganze 25%! Das ist in der Regel nicht darauf zurückzuführen, dass Akademikerinnen keine Kinder wollten. Es liegt viel mehr an der Schwierigkeit Familie mit Karriere zu vereinbaren. Daher stellen sich viele Frauen die Frage, „entweder… oder…?“.

Auch wenn sich in den letzten Jahren sehr vieles darin getan hat, berufstätigen Eltern Familie und Karriere zu ermöglichen, reicht das aktuelle Model noch lange nicht aus. Kindertagesstätten und Elterngeld sollen „Familie“ für die arbeitende Bevölkerung attraktiver machen, doch scheitert es dann schon an mangelnden Kitaplätzen. Dabei fördert man beim Ausbau all dieser Chancen nicht nur die Familien, sondern gleich die ganze Gesellschaft.

Natürlich wirkt der Ausbau von Kindertagestätten, Elterngeld, etc. erst einmal kostenaufwändig. Allerdings können voll verdienende Eltern -nein, ein Nebenjob reicht nicht- wiederum mehr Steuern und Sozialabgaben in die Kassen einzahlen. Bei einer alternden Gesellschaft, deren Geburtenrate seit dem zweiten Weltkrieg von zwei, auf eineinhalb Kinder gesunken ist, durchaus einmal durchrechnenswert. Wir würden die Geburtenrate ankurbeln und hätten mehr Menschen, die in die Kassen einbezahlen. Eigentlich eine Win-Win-Situation. In der Realität gehen allerdings 90 Prozent aller Väter mit Kindern unter sechs Jahren Vollzeit arbeiten. Die Mütter bleiben daheim oder beschäftigen sich in Teilzeit, und verlieren so den beruflichen Anschluss. Ihre Rentensätze sind entsprechend gering. Daher kann man ihre Überlegung Beruf oder Kinder durchaus nachvollziehen. Schließlich wollen auch sie abgesichert sein.

Ziel muss daher sein, Mütter schneller wieder auf den Arbeitsmarkt zu bringen und ihnen vor allem einen einfachen Berufseinstieg nach ausgesetzter Kinderzeit zu ermöglichen. Die Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung sollte – entgegen mancher Firmenpolitik – problemlos umsetzbar sein. Zudem muss eine gewisse Flexibilität der Arbeitszeiten möglich sein. Genau das ist es, was sich die Generation Y momentan wünscht. Flexibilität und Mobilität. Und da die Generation Y die zukünftigen Eltern stellt, kann man sich nur wünschen, dass die Politik ihre Wünsche berücksichtigt.

(Die im Artikel beschriebene Situation ist genauso auf Väter anzuwenden, wie auf Mütter. Es soll in keiner Weise in Abrede gestellt werden, dass Männer sich nicht einer ähnlichen Problematik ausgesetzt sehen. In den meisten Fällen sind nur leider immer noch eher Frauen betroffen, weshalb diese hier mehr Erwähnung finden. Ferner zielen die genannten Schwierigkeiten auf diejenigen ab, die arbeiten UND Familie wollen. Wer zuhause bleiben möchte, darf dies gerne tun und soll sich nicht auf den Arbeitsmarkt gezwängt sehen.)