Im Laufe der Zeit ändern sich so einige Dinge. Zum Beispiel unsere Vorstellung von Karriere. Oder der Arbeitswelt im Allgemeinen. Blöd ist dann nur, wenn Führungsetagen oder Personalabteilungen davon noch nichts mitbekommen haben. In vielen Unternehmen scheint es aber leider so zu sein.

Früher waren Jobs klar definiert, das Aufgabenspektrum war deutlich abgesteckt. Aber durch die schnelle Entwicklung von Technologien, weit aufgestellte Studiengänge, Globalisierung und agile Unternehmensstrukturen verschwimmen die Grenzen einzelner Berufe zusehends. Außerdem sind da die „Millennials“, die Arbeitnehmer von heute, die zwar oft hoch qualifiziert sind, aber auch einiges von ihren Arbeitgebern erwarten: sie möchten eine sinnvolle Tätigkeit, ein gutes Gehalt und zu dem ausreichend Freizeit.

Auf die Wünsche der neuen Generation eingehen

Die Work-Life-Balance ist heutzutage das A und O. Dazu gesellen sich die Selbstbestimmtheit im Aufgabenumfeld, der Wunsch eigene Entscheidungen zu treffen und die Karriere in die eigene Hand zu nehmen. All diesen Dingen muss die Arbeitswelt also erst einmal gerecht werden. Kommt das Unternehmen dem nicht nach, finden die guten Arbeitskräfte ihren Weg entweder gar nicht erst ins Unternehmen oder sind schnell wieder weg. Und die guten Mitarbeiter kennen ihren Marktwert. Sie wissen, dass ein lückenloser Lebenslauf nicht mehr das Nonplusultra ist, um nach ganz oben zu kommen. Nur müssen die Arbeitgeber dafür auch mitziehen.

Alte Muster in den Unternehmen

Leider werden viele Unternehmen den Wünschen ihrer Mitarbeiter nicht so richtig gerecht. Dort wird eher noch auf biedere Laufbahnvorstellungen gesetzt. Hierarchien sind klar abgesteckt, Teilzeit ist in vielen Bereichen noch ein Fremdwort und findet nur dort Einsatz, wo man sich beruflich ohnehin kaum weiterentwickeln kann. Und Homeoffice ist aus Sorge vor mangelnder Kontrolle nicht gern gesehen. Es geht nicht darum, die Mitarbeiter in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen, obwohl diese sich eigentlich genau das wünschen. Durch diese Art der Firmenpolitik schneiden sich die Arbeitgeber leider oft ins eigene Fleisch und verschrecken potentielle, qualifizierte Arbeitnehmer.

Neue Ansätze anbieten

Ein guter Ansatz kann auch sein, den Mitarbeitern eine seitwärts verlaufende Karriere zu ermöglichen. Klingt erstmal seltsam. Aber beide Seiten können davon profitieren, wenn Mitarbeiter mal links und rechts in andere Aufgaben reinzuschnuppern. So haben sie die Möglichkeit sich fernab ihrer Kerntätigkeit auch auf anderes als ihre Karriere zu konzentrieren und zu lernen. Der Vorteil für den Arbeitgeber ist, dass der Mitarbeiter, der in dem Moment andere Prioritäten setzt, im Unternehmen bleibt.

Auf lange Sicht wird den Unternehmen jedenfalls nicht viel anderes übrigbleiben als sich auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzustellen. Denn wer im Rennen bleiben will um die schlauen Köpfe von morgen sollte verhindern, dass sich die Beschäftigten anderswo Erfolgserlebnisse suchen. Dann gewinnen alle Beteiligten.