Für jüngere Arbeitnehmer steht inzwischen vor allem eine erfüllende Work-Life-Balance und Flexibilität im Vordergrund, im Idealfall mit Arbeitsplatz zu hause. Aber auch wenn sich das Home-Office in anderen Ländern schon etabliert hat, tun sich viele deutsche Arbeitgeber bisher eher schwer damit.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: nur vier von zehn Unternehmen erlauben das Arbeiten von zuhause aus. Da könnte manch einer noch von unseren niederländischen Nachbarn lernen, wo das Recht auf Home-Office inzwischen gesetzlich verankert ist. Aber auch wenn Deutschland mit seinen 40 Prozent im internationalen Vergleich offensichtlich etwas schwächelt: vor einem Jahr waren es bei uns noch nur 9 Prozent, die ihrer Tätigkeit daheim nachgingen. Somit hat sich die Zahl derer immerhin vervierfacht. Die Argumentation der Unternehmen, die sich gegen Home-Office aussprechen, zielt nach wie vor auf altbekannte Punkte wie sinkende Produktivität, fehlende Arbeitsschutzbestimmungen und mangelnde Kontrollmöglichkeiten der Arbeitszeit. Klingt alles nach mangelndem Vertrauen in die Mitarbeiter. Dabei sieht die Realität eigentlich ganz anders aus. Zuhause lenken Mitarbeiter sich nicht gegenseitig ab und können produktiver arbeiten. Pendelzeit zum Arbeitsplatz fällt weg, kann somit sogar noch zum Arbeiten genutzt werden.

Natürlich ist wichtig, dass auch der Arbeitsplatz zuhause gut eingerichtet ist und man nicht am Esstisch zwischen Krimskrams bei schlechtem Licht arbeitet. Dafür sollte ein ruhiger Raum mit einem ergonomischen Schreibtisch und passendem Stuhl ausgestattet werden. Die Lichtverhältnisse sollten entsprechend sein, Arbeitsmaterialien übersichtlich zur Verfügung stehen. Über eine VPN-Verbindung kann sicher auf das Firmennetzwerk zugegriffen werden. Je nach Terminlage macht es selbstverständlich Sinn, dass der Arbeitnehmer für Konferenzen oder Meetings in die Firma fährt oder aber telefonisch erreichbar ist. Und zu guter Letzt bedarf es natürlich vor allem der Disziplin des Arbeitnehmers. Gerade weil kaum Arbeitszeitenkontrolle möglich ist, muss entsprechend performed und das Arbeitssoll erfüllt werden. Aber wenn dies der Fall ist, steht dem Vertrauen durch den Arbeitgeber und damit der Tätigkeit im Home-Office nichts mehr im Wege. Also vielleicht mal beim Chef nachfragen und mit guten Argumenten ein neues Model ausprobieren!