Eine Firmengründung. Sie bedarf immer einer Portion Mut, einer Finanzspritze und vor allem einem gewissen Knowhow. Aber auch wenn es grundlegende branchenabhängige Besonderheiten gibt, so finden sich doch ein paar Kniffe, die für alle gelten.

Natürlich liegen je nach Branche Welten zwischen den ersten Schritten eines neuen Unternehmens und seiner Vollendung. Braucht man für das eine einen straffen Businessplan mit Startkapital in Millionenhöhe und eine gut durchdachte langfristige Finanzierung, reichen bei einem anderen schon kleines Geld und eine fixe Idee. So verschieden also manche Bedingungen oder Voraussetzungen sind, so gleich sind – laut Helga Rübsamen-Schaeff – die Grundprinzipien einer Firmengründung, an denen man sich entlanghangeln sollte:

- entwickle eine Vision,

- glaube daran

- arbeite dafür,

- und du kannst alles erreichen, was du willst.

Klingt doch eigentlich ganz einfach oder? Schauen wir uns die einzelnen Punkte einmal etwas genauer an.

Entwickle eine Vision

Was hier ziemlich lapidar klingt, ist der Grundbaustein einer jeden Firmengründung. Es geht nicht um Tagträume, sondern um etwas viel Größeres, Ausgereifteres: „Visionen sind mehr als Träume, weil sie argumentativ und rational unterlegbar sind, auch wenn sie aufgrund des langen Zeithorizonts nicht die Präzision strategischer Planungen aufweisen“, so Reinhold Würth. Es geht hierbei noch nicht um so konkrete Fragen wie das „Wie?“, sondern ausschließlich um das „Warum?“. Welche Daseinsberechtigung hat die Firma? Was ist ihre Mission?

Glaube daran

Ist einmal geklärt, warum genau die Firma gegründet werden soll, welche „Mission“ sie erfüllen soll, geht es an die konkrete Planung. Sehr viel Planung. Denn nur wer seine Vision rational und argumentativ untermauert, kann fest daran glauben, seine Version zu realisieren. Dieser rationalen Argumente und Fakten bedarf es außerdem ebenso, um mögliche Sponsoren und Investoren neugierig zu machen! Durch ein realistisches, glaubhaftes und attraktives Bild müssen Chancen und Risiken deutlich gemacht werden. Denn je besser begründet werden kann, warum die Firmengründung sinnvoll und erfolgversprechend ist, umso eher werden Investoren zu motivieren sein und ihrerseits an die Vision glauben. Weil die Investoren mit ihrem Glauben an das Projekt essentiell sind, gilt es vor allem, sie langfristig zu gewinnen. Dabei muss dann auch manchmal kompromisslos abgelehnt werden, wenn eine angebotene Finanzierung nicht zur Firma passt. Das entgangene vermeintlich leicht verdiente Geld schmerzt dann zwar vielleicht für den Moment, hätte einem aber womöglich auf lange Sicht das Genick gebrochen.

Arbeite dafür

Wenn die Vision klar und der Glaube daran verankert ist, erfolgt die Aufbauarbeit. Diese muss den Notwendigkeiten und Meilensteinen der Zielerreichung angepasst sein. Es muss geschaut werden, welche Führungsprinzipien gewollt und realistisch sind. Wichtig ist Vertrauen zu schaffen, damit etwaige Fehler, die sicherlich passieren werden, sofort erkannt und korrigiert werden können. Dies motiviert auch die Mitarbeiter, denen wenn sie den Glauben an die Firma verinnerlicht haben, freiheitliches und eigenverantwortliches Arbeiten zugesprochen werden sollte.

…und du kannst alles erreichen, was du willst

Bis das finale Ziel erreicht ist, sind definitiv viele schwierige Entscheidungen zu treffen. Es muss jedes Mal sachlich und emotional abgewägt werden, bevor etwas entschieden wird. Die Frage nach dem „Warum?“ sollte sich wie ein Mantra immer wieder vor dem inneren Auge abspielen. Die Visionen müssen den Mitarbeitern schlafwanderlisch präsent sein, so dass sie ohne groß nachzudenken dem richtigen Pfad folgen.