„Man kann nicht nicht kommunizieren“ fasste Paul Watzlawick, Kommunikationswissenschaftler des vergangenen Jahrhunderts, schon vor langer Zeit sehr weise zusammen. Aber nur, weil wir alle in irgendeiner Form ständig miteinander kommunizieren, heißt noch lange nicht, dass wir es alle gleich gut tun. Dabei ist die richtige Kommunikation im Job sehr oft dafür entscheidend, ob und wie erfolgreich wir sind.

Natürlich bringen manche Menschen ein größeres Kommunikationstalent mit, als andere. Das fängt schon damit an, wie intro- oder extrovertiert man ist. Wenn man es dann schafft sich zu äußern, ist auch noch entscheidend in den richtigen Momenten das Richtige zu sagen, sich diplomatisch oder mitfühlend zu äußern. Kommunikationsstärke ist essentiell für all jene, die beruflich weit kommen wollen. Aber auch für Personen, die sich selbst nicht zu den größten Kommunikationstalenten zählen, kann ein sehr kleines Wörtchen im Leben und im Job sehr hilfreich sein. Eines, das jeder von uns kennt und eigentlich auch sehr häufig verwendet. Das kleine Wörtchen „weil“.

‚Aha‘, denkt sich jetzt der ein oder andere Leser. Wie soll mir ‚weil‘ bei der nächsten Gehaltsverhandlung beim Chef helfen oder es mir leichter machen, den Kollegen um einen Gefallen zu bitten? Wie soll ich mich nur mit ‚weil‘ durchsetzen?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Wer seine Aussage begründet, erhöht die Zustimmung durch den Gegenüber enorm, zeigt eine Studie. Keine wirklich neue Studie. Die Magie des Wörtchens ‚weil‘ wurde bereits in den 70ern von Ellen Langer von der amerikanischen Harvard Universität festgestellt. Demnach erfahren Personen, die ihre Bitte mit ‚weil‘ begründen zu 94 Prozent Zustimmung.

Für die Studie fragte ein Forscher die Wartenden in einer langen Schlange vor dem Kopierer, ob er vorgehen dürfte. Er formulierte seine Bitte auf drei verschiedene Weisen.

  1. Einfache höfliche Frage: "Entschuldigung, ich habe fünf Seiten. Darf ich den Kopierer benutzen?" Auf diese Frage erntete er immerhin 60 Prozent Zustimmung.
  2. Höfliche Frage mit einer echten Begründung: "Entschuldigung, ich habe fünf Seiten. Darf ich den Kopierer benutzen, weil ich es eilig habe?" Hierauf gab es 94 Prozent Zustimmung.
  3. Höfliche Frage mit Fantasie-Begründung: "Entschuldigung, ich habe fünf Seiten. Darf ich den Kopierer benutzen, weil ich Kopien machen muss?" Hier war die Zustimmung fast genauso hoch – 93 Prozent.

Es zeigt sich also, dass eine Begründung eher zum Ziel führt – auch wenn die Begründung vollkommen unsinnig ist. Warum ist dies so? Zum einen ist es Menschen wichtig, den Grund für ein Vorhaben zu erfahren. Das liegt wohl in unserer neugierigen Natur. Des Weiteren liefert man dem Gegenüber oftmals direkt die Argumente, die einen Widerspruch erschweren oder gar verhindern. Das nächste Mal also unbedingt das kleine Wörtchen ‚weil‘ benutzen.