Wir haben es wahrscheinlich schon alle befürchtet, aber nun gibt es die wissenschaftliche Bestätigung: wer lange arbeitet wird schneller befördert. Zumindest beim internen Aufstieg ist die Arbeitszeit nach wie vor ein wichtiger Karrierefaktor, zeigt eine neue Studie.

Aber einfach viel, hart und lange arbeiten… ist das wirklich das Geheimnis einer steilen Karriere? Ja, kann es tatsächlich sein, besagt diese Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Danach klettern Leute, die länger arbeiten, die Karriereleiter schneller rauf. Aber auch hier gilt: Qualität vor Quantität. Es bringt nichts, seine Arbeitszeit stumpf abzusitzen. Wichtig ist auch, Leistung zu erbringen. Eine Untersuchung der Arbeitsweisen von 500 Menschen zeigt allerdings, dass die meisten von uns zu viel und falsch arbeiten.

Zu diesem Ergebnis kommt auch Takao Kato, Ökonomieprofessor an der amerikanischen Colgate-Universität. Dafür analysierte er mit seinem Kollegen Anders Frederiksen (Aarhus-Universität) repräsentative Daten des dänischen Statistikamtes Die Regierungsbehörde verfolgt seit 1994 in zwei Langzeitstudien den Werdegang von knapp 170.000 zufällig ausgewählten Dänen. Sowohl Männer als auch Frauen werden regelmäßig befragt, wie viele Stunden sie pro Woche arbeiten und auf welcher Hierarchieebene sie sich momentan befinden. Differenziert werden vor allem, ob sie als Vorstand oder Abteilungsleiter, einfacher Angestellter, Arbeiter oder ohne akademischen Hintergrund arbeiten.

Die Ergebnisse sind wenig überraschend. Von den Studienteilnehmern arbeiten nur 2,7 Prozent auf der obersten Vorstandsebene. Jährlich schaffen es 1,6 Prozent der Ableitungsleiter dorthin aufzusteigen. Was die gemeinsam hatten? Genau: ihren Arbeitseifer. Wer es zwischen zwei Umfragen vom Abteilungsleiter zum Vorstand geschafft hatte, arbeitete im Schnitt 42,1 Stunden pro Woche. Wer nicht ins Topmanagement befördert worden war, arbeitete durchschnittlich nur 36,5 Stunden pro Woche. Immerhin ein Unterschied von 15 Prozent.

Die Aussage muss dennoch relativiert werden. Arbeitszeit alleine ist kaum der einzige Karrierefaktor. Außerdem stellten die Forscher fest: Die Verbindung zwischen Pensum und Beförderung bestand nur bei internen Beförderungen. Zäumt man das Pferd in diesem Kontext von hinten auf, heißt das: nur weil du bei Arbeitsgeber A viel arbeitest, wird Arbeitgeber B nicht auf dich aufmerksam. Nur für die Karriereleiter im eigenen Haus sind die langen Arbeitszeiten förderlich.