Wie schnell doch die Zeit vergeht: es ist bereits drei Jahre her, dass der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wurde. Und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zieht eine positive Bilanz.

"Die Zahlen sind eindeutig: Der Mindestlohn kostet keine Arbeitsplätze, sondern er schafft neue", so Hartmut Tölle, Vorsitzender des für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt zuständigen IG-Metall-Bezirks. Was durch den Mindestlohn bisher allerdings noch nicht gewährleistet ist, ist die Existenzsicherung. Um diese sicher zu stellen muss noch etwas gefeilt und der Betrag erhöht werden. Und auch im Kampf gegen die Schwarzarbeit muss noch einiges passieren.

Es gibt aber auch Kritiker, die nur wenig Zusammenhang zwischen einem Anstieg der Beschäftigung und dem Mindestlohn sehen. So zum Beispiel Niedersachsens Unternehmerverbände (UVN). "Die Beschäftigung hat zugenommen, weil der Konjunkturmotor brummt", meinte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller. Momentan sei die Auftragslage der Unternehmen sehr gut, was sich natürlich auch auf die Beschäftigung auswirke.

Eine aktuelle DGB-Studie zeigt aber auch, dass vor allem die Löhne der un- oder angelernten Beschäftigten profitieren. Seit 2015 stiegen deren Gehälter im Jahresschnitt um 3,3 Prozent. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg demnach bis Ende August 2017 um 7,1 Prozent. Beim Gastgewerbe liegt die Zahl der Beschäftigten demnach sogar um 19,6 Prozent höher als 2015.

 

19.03.2018 | 74 Aufrufe