Campus oder Berufsschule, Studium oder Ausbildung? Nach der Schule stehen die meisten Schüler, die einen Beruf lernen wollen, vor genau dieser Frage. Aber warum für eines entscheiden, wenn es sich nicht sogar kombinieren lässt?

Von 2,5 Millionen Studierenden in Deutschland im Jahr 2015 haben circa zwei Prozent kein Abitur gemacht. Das sind immerhin 51 000 Studenten. Auch wenn es nach wenig klingt, sind es fast doppelt so viele wie noch 2010. Da hatten nur knapp 26 000 der Eingeschriebenen kein Abitur. Dies zeigt, dass es heutzutage nicht mehr nur DEN einen Weg gibt, um an die Universitäten zu streben. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, die Fachhochschulreife in Verbindung mit einer vollzeitschulischen Ausbildung an der Berufsfachschule zu erwerben. Ist man beruflich qualifiziert und hat neben der Ausbildung mindestens zwei Jahre Berufserfahrung gesammelt, stehen die Chancen auf eine Hochschulzulassung gut. Die einzige Einschränkung dabei ist, dass das gewählte Studienfach fachlich zum erlernten Beruf passen muss. Ein Fach eigener Wahl können dagegen Absolventen einer Aufstiegsfortbildung studieren, Meister oder Techniker also. Diese müssen dann auch keine weiteren Voraussetzungen erfüllen, um sich an Uni oder Fachhochschule einzuschreiben.

Nur mit Ausbildung und Berufserfahrung hingegen ist es nicht ganz so einfach. Das liegt vor allem daran, dass die Zulassungsbedingungen für Studierenden ohne Abitur von Bundesland zu Bundesland, aber auch in Abhängigkeit von der Hochschule unterschiedlich sind. Wer also diesen Weg einschlagen möchte, sollte sich am besten bei der jeweiligen Universität direkt informieren. Fazit ist jedoch in jedem Falle: nicht nur der direkte Weg bringt einen ans Ziel. Umwege sind im Leben durchaus erlaubt und machen den Lebenslauf nicht weniger attraktiv. Also nicht von Formalitäten abschrecken lassen und einfach versuchen!