Es gibt bezüglich der Vorlieben des Dönergeschmacks innerhalb Deutschlands eigentlich keine großen Unterschiede. In einer benachbarten Stadt, wo die Konkurrenz unter den Läden noch größer ist, ist das Angebot breiter und die Läden bieten dem Kunden zusätzlich zum Döner noch viele weitere Speisen, teils im Holzkohleofen zubereitet, an. Man bekommt dort z.B. auch Fleischspieße oder Gerichte mit Aubergine sowie Teigwaren und Süßigkeiten.

In der Türkei schmeckt ein Döner anders als in Deutschland, vor allem weil die Tiere, die das Fleisch liefern, dort frei leben, während sie hier in Massenproduktion nur für die Verwertung gezüchtet werden. Isst man in der Türkei ein Lamm, so riecht es ganz anders als in Deutschland. Das trifft auch auf Gemüse zu, z.B. auf Tomaten, welche in der Türkei ebenfalls anders schmecken als hier, wo die Tomaten aus Holland oder Spanien importiert werden. Wenn man hier im Winter eine Tomate schneidet, kann man vom Geruch her nicht sagen, ob dies eine Tomate oder ein Apfel ist, während eine Tomate aus der Türkei, in der Wärme gewachsen, wirklich nach Tomate riecht. Der Döner selbst wird in der Türkei auch anders gegessen, nämlich ohne Soße, aber mit Zwiebeln, Tomaten und Salat, nicht, wie in Deutschland, mit Kraut, Karotten und Mais. Das sind eher Anpassungen an die deutsche Kost. Viele Dönerläden bieten ihr Tsaitsiki süß oder sauer an, ich aber konzentriere mich auf die süße Soße, um sie dem deutschen Geschmack anzupassen. Generell liebt man in Deutschland mehr Süßes, während in der Türkei und überhaupt in den Mittelmeerländern mehr Saures gegessen wird.

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