Vor acht Jahren eröffnete ich dieses Geschäft für meinen Schwager, der aus der Türkei nach Deutschland gekommen war und keine Arbeit hatte. Einen Monat nach der Eröffnung des Ladens verlegte mein Arbeitgeber seine Produktion, in der ich im Bereich Ersatzteile für unterschiedliche Automarken arbeitete, nach Frankreich. Es bot sich somit an, den Laden dann gemeinsam mit meinem Schwager zu betreiben.

In der Anfangszeit lief das Geschäft sehr gut, da es nur zwei oder drei Dönerläden in der Umgebung gab. Wir verdienten jeden Tag etwa 1000€, wovon 400-500€ Gewinn waren. Das Geschäft lief viele Jahre lang gut bis zu der Zeit, als der Euro eingeführt wurde. Ich vermute, dass viele Menschen durch diese Folgen arbeitslos geworden sind. Sie haben sich als Arbeitssuchende dann entschlossen, zur Lösung des Problems, selbst einen Dönerladen zu eröffnen, um Geld zu verdienen. Somit gibt es in der nahen Umgebung nun mittlerweile acht Dönerläden und es geht es uns allen schlechter, weil wir uns gegenseitig die Kunden geklaut haben.

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