Bestattungsfachkraft (Auszubildender)

Ein Bestatter hat man mehr zu leisten, als sich um das Transportieren der Toten zu kümmern. Der Beruf ist voller Vielfalt, sodass es für diesen seit noch nicht allzu langer Zeit eine eigene Ausbildung mit anerkanntem Abschluss gibt. Es gibt viele Menschen, die mit dem Tod nicht in Berührung kommen wollen und für die dieser Job nicht die geringste Alternative wäre. Der hier von sich preisgebende Bestatter ist jedoch mit vollem Herz dabei und zeigt, warum ihn die Arbeit so anspricht.

Er ist 28 Jahre jung und seit zweieinhalb Jahren in diesem Beruf tätig. Das Gespräch findet in Beratungsräumen des Bestattungsunternehmens statt. Es ist ruhig. Die Ruhe täuscht aber. Kurz zuvor war wegen unvorhergesehener Todesfälle noch viel zu tun, weswegen das ursprüngliche Interview verschoben werden musste.

 

Eine formale Ausbildung zum Bestatter ist erst vor zweieinhalb Jahren neu entstanden. In dieser Zeit habe ich gerade eine Ausbildung gesucht und über das Arbeitsamt darüber Kenntnis erhalten. Ich habe mich gleich dafür interessiert. Es gab zu der Zeit nur diesen einen Ausbildungsbetrieb, der die Ausbildung angeboten hat. Ich hatte einen Monat Probezeit, aber eigentlich wusste ich schon nach einer Woche, dass ich das Richtige gefunden hatte. Der Beruf hat mir gleich gefallen. Er ist abwechslungsreich und sehr umfangreich. Diese Ausbildung war damals eigentlich die letzte Chance noch etwas zu machen, weil ich schon „fortgeschrittenen Alters" war. Ich habe vorher schon ziemlich viel  gemacht, habe ein Studium abgebrochen, und das war eigentlich die letzte Möglichkeit für mich noch etwas zu machen. Da habe ich es halt einfach probiert, aber wie gesagt, ich habe es auch nicht bereut. Das war die richtige Entscheidung.

Merkwürdigerweise fand ich das gängige Bild des Bestatters immer gut. Wenn ich Filme gesehen habe, sprach mich die Rolle des Bestatters immer an: Ein großer hagerer Mann mit Zylinder. Ich weiß auch nicht, das war mehr so eine Kindheitssache, das hat mich jetzt nicht dahingehend beein­flusst diesen Beruf zu ergreifen, aber es gibt schon eine bestimmte Aura, die ein Bestatter verströmt.

Der Umgang mit dem Tod, den Toten und Hinterbliebenen

Man sollte den Tod als etwas ganz Natürliches ansehen. Ich hatte schon während des Zivildienstes damit zu tun, da ich im Krankenhaus gearbeitet habe. Damals habe ich mitbekommen, dass der Tod für mich etwas ganz Normales ist. Für viele Menschen ist der Tod etwas, wovon sie Abstand nehmen möchten und womit sie auch gar nicht umgehen können. Viele Menschen können Tote nicht mal anfassen.

Mit dem Beruf ist ein starkes psychologisches Feingefühl notwendig - im Umgang mit Hinterbliebenen. Die Leute sind ja in einer Extremsituation und können ganz unverhofft reagieren, zeigen mitunter ganz extreme Reaktionen. Wir sagen den Leuten von Anfang an, wenn sie es sich wün­schen, kümmern wir uns um alles. Wenn sie sich um eine Sache speziell selbst kümmern wollen, dann können sie das natürlich auch tun.

Die Schicksale kriegen wir viel mit. Wir sind ja direkt mit dem Schmerz, der Trauer und allen damit verbundenen Familienschicksalen der Leute kon­frontiert. Als Bestatter darf man sich davon nicht auffressen lassen, man muss selbst damit klarkommen, man darf sich jetzt nicht bei jedem Sterbefall  in die Lage der Leute versetzen, man muss die Professionalität wahren, denn der Bestatter ist derjenige der den Trauernden helfen muss und darf sich gefühlsmäßig nicht hineinverstricken lassen.

Man muss sich für jeden Sterbefall Zeit nehmen. Das ist eben keine Fließbandarbeit. Es ist ja so, dass die Angehörigen uns Vertrauen schenken, sie haben uns ihren Verstorbenen in die Hände gegeben und damit muss man dann auch vertrauensvoll umgehen. Ich habe das Gefühl, dass es wichtig ist, nicht in Hektik zu verfallen. Man sollte nicht abstumpfen, man sollte drauf achten, dass man jeden Toten achtet und ehrt. Die Zeit muss man sich nehmen. Ich mache dann halt Überstunden oder ich verzichte  auf die Mittagspause. Das ist einfach eine Überzeugungssache. Das ist eine Ehrensache. Nicht nur ein Geldverdienen.

Aufgaben des Bestatters

Als Außenstehender weiß man ja nicht so richtig was ein Bestatter eigentlich alles macht. Die meisten die zum Beispiel noch nie mit einem Todesfall in der Familie konfrontiert waren, wissen ja gar nicht, was zu tun ist. Wir werden oft „Totengräber" genannt, aber es ist eher so, dass eine Vielzahl von behördlichen Sachen zu regeln sind. Dazu zählt auch die Dekoration bei einer Trauerfeier. Man hat einen Haufen Dokumente, die zu bearbeiten sind. Da sind zum Beispiel die ganzen Urkunden. Alle Sterbefälle müssen  be­urkundet werden, wie Geburten. Der Bestatter nimmt den Standesbeamten einen Großteil der Arbeit ab. Ich denke in Großstädten wäre es heute so, dass die Standesbeamten mit der Bearbeitung von Todesfällen gar nicht mehr nachkommen könnten, wenn nicht der Bestatter schon seinen vorgefertigten Bogen mitbringen würde.

Die ganzen Behördengänge, die ganzen Abmeldungen, von der Kranken­kasse, der Rente usw. - das erledigen wir alles. Es gibt wirk­lich bei hundert Fällen nur wenige, die es selber machen möchten. Aber dann merken die Leute schnell, dass sie damit überfordert sind. Es ist ja auch in so einer Situation eine Überforderung, weil die eben ganz andere Sorgen haben. Und das ist in dem Fall so, dass wir als Dienstleister eine wichtige Rolle erfüllen. Der Bestatter ist nicht nur der Sargverkäufer, sondern wir sind zu einem Großteil wirklich Dienstleister. Es gibt Fälle, bei denen man wochenlang damit beschäftigt ist, irgendwelche Geburtsurkunden zu bekommen. Zum Beispiel bei Ausländern, Vertriebenen oder Kriegsopfern und man weiß vielleicht nicht einmal wo. Wenn es nicht anders geht, läuft es über das Standesamt I in Berlin. Das Standesamt benötigt zur Beurkundung des Sterbefalls auf jeden Fall eine Geburtsurkunde.

Von den Bereichen die man abdecken muss, ist der Beruf schon sehr vielseitig. Man muss die ganzen Richtlinien kennen, Friedhofssatzung, Erbrecht, man muss sich auch mit der Symbolik der Pflanzen auskennen, überhaupt ist die Floristik ein wichtiger Teil damit man die Menschen beraten kann. Der handwerkliche Teil kommt dann noch dazu, man muss die Särge fertig machen, man muss sich mit dem Holzmaterial auskennen. Dann machen wir auf Friedhöfen einige Arbeiten, zwar nicht Gräber ausheben, aber schon Grabumrandungen und sowas. Man ist auch viel unterwegs, es kann sein, dass man den ganzen Tag unterwegs ist. Man kommt rum, viele verschiedene Tätigkeiten in einem Beruf.

Der formale Ablauf: Vom Eintreten des Todes bis zur Bestattung

Normalerweise kommt ja erst der Arzt und stellt den Tod fest. Wenn der Arzt angibt, dass ein natürlicher Tod eingetreten ist, können wir den Verstorbenen abholen. Dann kommt es darauf an, was die Leute wünschen. Eventuell wird nochmal eine Aufbahrung gemacht. Es muss besprochen werden, was für ein Grab, was für eine Bestattung. Auch, ob Erd- oder Feuerbestattung. Ist vielleicht schon ein Grab vorhanden? Wenn ja, wo ist das Grab und muss es vielleicht verlängert werden? Dann muss die Trauerfeier organisiert werden. Da muss mit dem Pfarrer abgesprochen werden wann die Trauerfeier stattfinden kann. Eine Todesanzeige muss aufgesetzt werden.

Der kaufmännische Teil besteht darin, dass zuerst einmal der Sarg gekauft wird, in Deutschland herrscht Sargzwang. Selbst bei einer Feuerbestattung braucht man einen Sarg. Sterbewäsche oder eigene Kleidung sind auch wichtig. Dann wird der Verstorbene angekleidet. Manche Angehörige sind eher für einen Talar oder ein Sterbehemd, manche wiederum sind für die eigene Kleidung. Bei einer offenen Aufbahrung wird meistens die per­sönliche Kleidung genommen. Wir sind immer bestrebt auch noch etwas Persönliches bei der Trauerfeier einzubringen, vielleicht eine Lieblingsmusik des Verstorbenen.

Gottesdienst ist eher selten. Das kommt eher bei größeren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vor, oder, wenn der Verstorbene in einer Gemeinde sehr aktiv war. Natürlich auch bei Pfarrern und Priestern. Ansonsten ist die Trauerfeier in der Friedhofskapelle üblich.

Es ist eine Unkenntnis vieler Leute, dass Totengräber und Bestatter ein und dasselbe sein sollen. Es gibt zwar viele Bestattungsunternehmen, vor allem in Bayern, die gleichzeitig die friedhofstechnischen Arbeiten erledigen, aber das ist eher nicht üblich. Das Begraben der Toten macht in der Regel die Stadt oder Gemeinde.

Bei Trauerfeiern sind wir immer vor Ort, als Kondolenzdiener. Nachdem wir alles ausgerichtet haben, Dekoration usw. und alles vorbereitet haben, sind wir dann meistens vorne und bleiben auch die ganze Zeit da. Manchmal ist es auch so, dass der Sarg direkt nach der Trauerfeier zum Krematorium gefahren wird. Wenn keine Erdbestattung erfolgt, sind wir selbst bei Urnenbeisetzungen noch dabei. Wir haben eine ausgebildete Trauerrednerin in der Firma, die auch des Öfteren Trauerreden hält - anstatt eines Pfarrers sozusagen. Es gibt ja mittlerweile viele weltliche Redner, freie Trauerredner nennt man die dann. Es sind Spirituelle oder Philosophen die sich anbieten, wenn jemand sich wünscht, dass kein Geistlicher spricht. Die kann man dann auch über uns buchen.

Der Umgang mit anderen Kulturen und Riten

Wenn ein nicht-deutscher Staatsbürger hier verstorben ist und ins Ausland überführt werden soll, muss man zum Konsulat. Aus der Sicht der Verwandten kann die Abwicklung aller Formalitäten gar nicht schnell genug gehen. Bei Muslimen ist es zum Beispiel so, dass sie, nach dem Koran, eigentlich am nächsten Tag bestattet werden müssen. Das ist natürlich praktisch nicht möglich.

Wir hatten öfter Sterbefälle von Leuten aus Kuwait, die überführt werden mussten. Sinti und Roma sind wieder eine Sache für sich, denn es kommen in diesen Fällen unter Umständen ganze zwanzig Leute auf einmal zum Beratungs- oder Betreuungsgespräch. Diese Gespräche können drei bis vier Stunden dauern. Die kommen dann immer wieder, weil ein weiterer Angehöriger noch etwas möchte und dann kommen wieder alle mit. Daraufhin müssen bestimmte Dinge abgeändert werden. Also man merkt schon die Unterschiede zwischen den Kulturen. Der Umgang mit Ver­storbenen ist sehr unterschiedlich. Ich will jetzt nicht sagen, dass in Deutschland der Umgang mit den Verstorbenen weniger Bedeutung hat, aber es ist schon eine andere Umgangsweise. In anderen Kulturen wird ein größerer Aufwand für Hinterbliebene betrieben. Es hat oftmals eine größere Bedeutung in diesen Kulturen den Toten die letzte Ehre zu erweisen.

Kosten und Geiz

Der Trend geht eindeutig zu „Billig-Bestattungen", das muss man so sagen. Es kommt auch öfter in der Fachliteratur das Wort „Entsorgungsmentalität" vor, das kann man auch schon so unterschreiben. Das ist traurig, aber wahr. Es hat sich gewandelt. Früher hat man vielleicht zeigen wollen, dass man genug Geld hat, sei es um den Nachbarn etwas zu beweisen oder wie auch immer. Ich weiß nicht woran es liegt, dass sich das so verändert hat. Es geht ja nicht nur um das Geld. Gut, früher gab es noch das Sterbegeld, was ja jetzt gar nicht mehr gezahlt wird. Das ist vielleicht ein finanzieller Aspekt. Man bemerkt diesen Trend trotzdem. Es gibt mittlerweile sogar Sarganbieter von Pappsärgen oder die Möglichkeit, von Verbrennungen in Tschechien. Dorthin werden dann ganze Sammeltransporte gemacht.

Was die Gebühren betrifft, so variieren diese von Stadt zu Stadt um bis zu tausend Euro. Der größte Posten ist der Sarg, der kann auch fünftausend Euro oder mehr kosten. Wenn man zum Beispiel einen teuren, italienischen Designersarg will, kann der sogar über zehntausend Euro kosten. Man kann jedoch schon für dreihundert Euro einen einfachen Sarg kaufen. Letzterer ist jedoch kein hochwertiges Produkt.

Ich weiß nicht, was der Pappsarg kostet, aber an sich schon der Gedanke, dass man im Pappsarg beerdigt wird, ist nicht würdevoll.

Alternative Bestattungsformen

Seebestattung ist immer ein Exot. Im Norden natürlich nicht, da ist es weiter verbreitet, aber hier geht der Trend eher zur Feuerbestattung. In ländlichen Regionen ist die Erdbestattung zwar nicht obligatorisch, aber zumindest üblich. Und in den Städten geht der Trend zur Feuerbestattung, weil wohl die familiären Bindungen nicht mehr so intakt sind und somit das Grab nicht gepflegt werden kann. Das Grab muss ja mindestens achtzehn bis fünfundzwanzig Jahre gepflegt werden, da überlegen viele, ob das überhaupt möglich ist. Früher akzeptierte allerdings die katholische Kirche die Feuerbestattung nicht. Heutzutage ist jedoch der Einfluss der Kirche nicht mehr so groß und es gibt ganz neue mit der Bestattung verbundene Möglichkeiten. Ein Beispiel: Es gibt Anbieter, die auf Wunsch aus der Asche des Toten einen Diamanten herstellen, sodass man die Möglichkeit hätte, den gestorbenen Angehörigen jederzeit in Form eines Ringes oder Anhängers ganz nahe am Körper mitzutragen beziehungsweise stets dabeizuhaben ...

Vorsorge besser als Nachsorge?

Es ist heute häufig so, dass Leute kommen und Vorsorgeverträge abschließen. Zum Teil auch sehr detailreich ihre  Wünsche äußern, was die Bestattung betrifft. Früher war es eher üblich, dass die Menschen ihre Wünsche in ihrem letzten Willen schriftlich festgehalten haben. Es war nicht üblich direkt mit dem Bestatter einen Vertrag abzuschließen. Ich denke, dass das ein neuzeitliches Phänomen ist. Bei vielen hört man auch aus den Gesprächen, dass sie niemanden mit ihrem Tod belasten wollen, sie wollen, dass schon alles geregelt ist.

Es kommen auch jüngere Leute. Vorwiegend sind es jedoch ältere Leute, die einen solchen Vorsorgevertrag abschließen. Es ist natürlich ein komisches Gefühl, wenn man Menschen bereits kennt, die dann auf einmal tot sind. Damit muss man jedoch umgehen können, man darf sich da nicht zu sehr einfühlen.

Todesfälle

Der Hochsommer ist die Jahreszeit in der die meisten Sterbefälle auftreten. Bei extremen Hitzewellen, gibt es viele Sterbefälle unter älteren Menschen. Auch in den dunklen Jahreszeiten, tritt bei vielen Menschen eine Phase der Depression ein, in der manche als Ergebnis den Freitod wählen. Gerade um Weihnachten herum bemerken wir mehr selbstgewählte Todesfälle. Wenn jemand alleine ist und die Feiertage alleine verbringt, kommen anscheinend solche suizidalen Gedanken hoch. Es gibt mal viel und mal wenig zu tun, aber ich empfinde das nicht als Stress.

Nicht nur von Zuhause, auch bei Autounfällen oder sonstigen unnatürlichen Todesfällen, wie Gewaltverbrechen oder Selbstmorden, holen wir die Toten ab. Das machen wir zu zweit. Zu zweit muss man immer sein. Das Abholen kann nämlich eine blutige Angelegenheit sein, gerade bei Verkehrsunfällen. Es gibt auch Leute, die sich auf den Schienen umbringen. Da sieht man wirklich sehr viel, aber ich habe gemerkt, dass mich diese Bilder nicht ver­folgen. Das ist aber von Mensch zu Mensch verschieden.

Wenn man weiß, dass es ein Tatort ist, dann ist es klar, dass man Schutzkleidung mitnimmt. Man weiß ja nie, wie die Verhältnisse sind, wo man den Verstorbenen bergen muss, von der Straße oder in der Natur. Auch in der Wohnung weiß man nie wie die Verhältnisse sind. Es kommt ja vor, dass jemand erst nach Wochen oder Monaten gefunden wird, dann braucht man Handschuhe und Überzieher für die Schuhe. Wenn jemand auf die Gleise gesprungen ist und überfahren wurde, muss man auch die einzelnen Überreste bergen. Die liegen dann verstreut. Das ist dann allerdings auch Polizeiarbeit. Die Polizeibeamten sind ja immer vor Ort und helfen mit. So wie wir müssen auch Polizisten mit diesen Anblicken zurechtkommen.

Wir kriegen Einblicke in die Polizeiarbeit, wenn man zu einem Tatort gerufen wird. In dem Bereich der unnatürlichen Tode wünscht man sich natürlich nicht so viel Vielfältigkeit, aber trotzdem ist es interessant, trotz der negativen Seite. An manche Dinge gewöhnt man sich mit der Zeit. Was mich an dem Beruf reizt ist, dass man in keinen Trott gerät, dass man nicht morgens kommt und genau weiß was passiert. Es kann vorkommen, dass man zum Beispiel auf einmal zweihundert Kilometer in den Allgäu fahren muss, um eine Überführung zu machen. Unvorhergesehene Fälle. Einige Sachen sind natürlich belastend, da sind schon einige unschöne Sachen dabei, aber was soll man machen ...

Trauerfeiern

Manchmal nimmt nur die Familie teil, das sind dann vielleicht fünf Leute und es gibt Trauerfeiern, da kommen zweihundert, dreihundert Leute. Da stehen vielleicht draußen noch fünfzig Leute. Teilweise kommen auch zwei bis drei Autoladungen mit Kränzen und Blumen, daran erkennt man wie viel der Mensch denjenigen bedeutet hat oder auch wie viel es den Menschen Wert war, diese Feier für den Verstorbenen auszurichten. Bei Persön­lichkeiten des öffentlichen Lebens sieht man das natürlich mehr. Es gibt aber auch Trauerfeiern zu denen kaum jemand kommt. Das ist dann schon ein trauriges Bild.

Auch, wenn es vielleicht kein Bestatter zugeben möchte, macht man sich selbst schon auch Gedanken darüber, wie man einmal seine Bestattung haben möchte. Ich würde Wert darauf legen, dass ich eine würdevolle, angemessene Bestattung bekomme. Das finde ich wichtig. Es ist eben ein Abschluss. Viele sagen: „Ja, wenn ich tot bin, ist mir doch alles egal". Aber für die Angehörigen ist es nicht nur der Tod, sondern sie verbinden ja das ganze Leben des Verstorbenen damit. Das sollte die Zeremonie dann auch ausdrücken. Viele denken nicht daran, dass der Abschied zum Leben dazugehört. Vielleicht wird ihnen dann erst später bewusst, dass es falsch war, so wenig Wert auf die Bestattung gelegt zu haben.

 

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